
Lebensgeschichte
Arthur James Sterling war ein Mann, der daran glaubte, dass Gebäude weit mehr sein sollten als bloße Bauwerke. Für ihn waren sie Orte der Begegnung, des Lernens und des Zusammenhalts. Mit seiner ruhigen Art, seinem Blick fürs Detail und seinem tiefen Verständnis für die Bedürfnisse anderer Menschen prägte er über Jahrzehnte hinweg das Stadtbild zahlreicher Gemeinden – stets mit dem Ziel, Räume zu schaffen, die Generationen überdauern.
Geboren wurde Arthur am 14. Mai 1941 in London, England. Seine Kindheit fiel in die Jahre des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg. Schon früh entwickelte er eine Begeisterung für Architektur. Während andere Kinder Fußball spielten, verbrachte Arthur Stunden damit, historische Gebäude zu zeichnen oder durch die Straßen Londons zu spazieren, um Fassaden und Bauwerke zu studieren. Seine Eltern förderten diese Leidenschaft und besuchten mit ihm regelmäßig Museen, Ausstellungen und bekannte Sehenswürdigkeiten.
1963 schloss Arthur sein Architekturstudium an der Universität Oxford erfolgreich ab. Bereits während seines Studiums interessierte er sich besonders für öffentliche Gebäude und Stadtplanung. Seine Abschlussarbeit beschäftigte sich mit der Idee moderner Bibliotheken als offene Begegnungsorte für die gesamte Bevölkerung – ein Konzept, das seiner Zeit voraus war.
Nach seinem Studium begann Arthur seine berufliche Laufbahn bei dem renommierten Architekturbüro Hawthorne & Pierce in London. Dort arbeitete er zunächst an kleineren Projekten, bevor er sich schnell einen Namen als gewissenhafter und kreativer Architekt machte. Im Laufe seiner Karriere leitete er zahlreiche Bauvorhaben im Vereinigten Königreich. Zu seinen bedeutendsten Projekten gehörten mehrere öffentliche Bibliotheken, Schulen, Gemeindezentren sowie die denkmalgerechte Restaurierung historischer Rathäuser.
Besonders stolz war Arthur auf die Planung der Riverside Public Library, deren lichtdurchflutete Architektur und offene Gestaltung sie zu einem beliebten Treffpunkt für Menschen aller Altersgruppen machte. Das Gebäude erhielt mehrere Auszeichnungen für seine innovative Gestaltung und gilt bis heute als Vorzeigeprojekt moderner öffentlicher Architektur.
Arthur war überzeugt, dass gute Architektur nicht beeindrucken, sondern den Alltag der Menschen verbessern sollte. Er legte großen Wert darauf, den späteren Nutzern seiner Gebäude zuzuhören und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt seiner Arbeit zu stellen. Viele seiner Kollegen erinnern sich noch heute an seinen oft wiederholten Leitsatz:
"Ein Gebäude ist dann gelungen, wenn die Menschen sich darin zu Hause fühlen und nicht darüber nachdenken müssen, wer es entworfen hat."
Abseits seines Berufs lernte Arthur während einer Kunstausstellung an der Universität seine spätere Ehefrau Eleanor kennen. Die beiden heirateten 1970 und verbrachten 52 glückliche Jahre miteinander. Ihre Ehe war geprägt von gegenseitigem Respekt, Vertrauen und einer gemeinsamen Leidenschaft für Reisen, Kunst und Geschichte. Gemeinsam zogen sie zwei Kinder groß und freuten sich später über ihre vier Enkelkinder, mit denen Arthur unzählige Nachmittage verbrachte.
Anfang der 1990er Jahre führte ihn ein berufliches Beratungsprojekt erstmals nach Kanada. Die beeindruckende Natur British Columbias und die offene Gemeinschaft in Victoria begeisterten Arthur und Eleanor so sehr, dass sie sich einige Jahre später entschieden, dauerhaft dorthin auszuwandern.
Auch nach seinem offiziellen Ruhestand blieb Arthur seiner Berufung treu. Ehrenamtlich unterstützte er Denkmalschutzprojekte, beriet junge Architekten und engagierte sich für den Erhalt historischer Gebäude in der Region. Gleichzeitig widmete er sich seinen privaten Leidenschaften: der Landschaftsfotografie, dem Gärtnern und der Holzverarbeitung. Viele seiner handgefertigten Möbel und Spielzeuge befinden sich noch heute im Besitz seiner Familie.
Für seine architektonischen Leistungen erhielt Arthur zahlreiche Ehrungen, darunter den Civic Design Excellence Award sowie mehrere Auszeichnungen für nachhaltige Stadtentwicklung. Trotz aller Anerkennung blieb er stets bescheiden. Er war überzeugt, dass der wahre Wert seiner Arbeit nicht in Preisen lag, sondern in den Menschen, die seine Gebäude täglich nutzten.
Am 26. Juni 2006 verstarb Arthur James Sterling im Alter von 61 Jahren friedlich in Victoria, British Columbia, im Kreise seiner Familie.
Er hinterlässt seine geliebte Ehefrau Eleanor, seine Kinder, Enkelkinder, zahlreiche Freunde sowie viele ehemalige Wegbegleiter. Vor allem aber hinterlässt er Orte, an denen Menschen lesen, lernen, sich begegnen und Erinnerungen schaffen – Gebäude, die seinen Wunsch widerspiegeln, die Welt ein kleines Stück lebenswerter zu machen.







